Historisches Geschäftshaus der Familie Hofmann

Familien- und Firmenarchiv

Seit 1865 in Chemnitz

Eine Geschichte von Familie, Handwerk und Gastlichkeit – erzählt in Originalaufnahmen aus unterschiedlichen Jahrzehnten.

Unsere Geschichte

160 Jahre Familie, Handwerk und Gastlichkeit.

Seit 1865 steht der Name Hofmann in Chemnitz für handwerkliche Tradition, familiären Zusammenhalt und gelebte Gastfreundschaft. Fünf Generationen haben das Unternehmen geprägt, durch gute Zeiten geführt und auch in schwierigen Jahren nie aufgegeben.

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Der Anfang an der Augustusburger Straße

Die Geschichte beginnt 1865 – in einer Zeit des technischen Aufbruchs. Die Eisenbahnstrecke zwischen Chemnitz und Zwickau war erst wenige Jahre alt. Unweit der stählernen Eisenbahnbrücke über die Augustusburger Straße eröffnete Franklin Hofmann sein erstes Geschäft. Im alten Gewerbeschein wurde es als „Pferdehandel und Roßschlächterei“ geführt.

Das Unternehmen entwickelte sich erfolgreich. Franklin Hofmann unterhielt Geschäftsbeziehungen zu Pferdezüchtern in ganz Deutschland sowie zu Partnern in Holland und Belgien. Mit dem technischen Fortschritt veränderte sich jedoch auch das Geschäft: Eisenbahn und Kraftfahrzeuge verdrängten das Pferd zunehmend aus dem Transportwesen, der Pferdehandel ging zurück. Das handwerkliche Können und der gute Ruf der Familie blieben.

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Zerstörung und Wiederaufbau

Im Jahr 1945 erwies sich die unmittelbare Nähe zur Eisenbahnbrücke als verhängnisvoll. Bei einem Bombenangriff wurde nicht nur die Brücke getroffen, sondern auch der Firmensitz der Familie Hofmann zu großen Teilen zerstört.

Nach Kriegsende waren es vor allem die Brüder Walter, Willi und Hans Hofmann, die den Betrieb unter schwierigen Bedingungen wiederaufbauten. In einer Zeit, in der es an vielem fehlte, wurde Hofmann für zahlreiche Menschen zu einem wichtigen Anlaufpunkt. Hier gab es ein warmes Mittagessen und handwerklich hergestellte Fleisch- und Wurstwaren. Selbst Tuberkulosekranke erhielten damals das als bekömmlich geltende Fleisch auf ärztliches Rezept.

Mit der Gründung der DDR änderten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend. Handelsbeziehungen mit dem Ausland wurden staatlich geregelt, und in den 1950er-Jahren wurde dem Unternehmen die Genehmigung für den Pferdehandel entzogen. Die Familie konzentrierte sich fortan stärker auf die eigene Herstellung und die Gastronomie.

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1954 eröffnet die Gaststätte

1954 begann ein neues Kapitel: Neben dem Ladengeschäft eröffnete die Familie ein Speiselokal mit 60 Plätzen. Schon bald entwickelte es sich zu einem beliebten Treffpunkt für Arbeiter und Angestellte der benachbarten Betriebe, für Studierende der Technischen Hochschule und für zahlreiche Chemnitzer Stammgäste.

Die Gaststätte stand von Anfang an für ehrliche Küche, persönliche Bedienung und ein besonderes Gefühl von Vertrautheit. Was als Ergänzung zum Handwerksbetrieb begann, wurde zu einem festen Bestandteil des Unternehmens und legte den Grundstein für das heutige Restaurant. 1962 übernahm Fleischermeister Hans Hofmann nach dem Tod seiner Brüder die Leitung des Familienbetriebs.

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Jahrzehnte der Ungewissheit

Ab 1969 erschwerten städtische Bauplanungen die weitere Entwicklung. Gaststätte und Firmensitz sollten möglicherweise dem geplanten Stadtinnenring weichen. Über viele Jahre konnte die Familie deshalb kaum investieren, weil jederzeit mit dem Abriss des Standorts gerechnet werden musste.

In den 1980er-Jahren kamen Versorgungsengpässe und Materialmangel hinzu. Trotzdem hielt die Familie an ihrem Anspruch fest: Was verarbeitet und serviert wurde, sollte frisch, handwerklich hergestellt und von guter Qualität sein.

Nach dem Tod ihres Mannes führte Eleonore Hofmann das Geschäft ab 1983 weiter. Mit großer Kraft und persönlichem Einsatz bewahrte sie den Betrieb in einer Zeit, die der Familie viel abverlangte.

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Eine neue Generation

Mit der politischen Wende begann 1990 auch für Hofmann eine neue Epoche. Eleonore Hofmann übergab das Unternehmen an ihren Sohn Michael Hofmann, ebenfalls ausgebildeter Fleischermeister. Vieles hatte sich verändert – das Vertrauen der Kunden und Gäste in die Familie und ihre Arbeit war geblieben.

Die Wiedervereinigung eröffnete neue Möglichkeiten, brachte aber auch neue Unsicherheiten. Noch immer stand die mögliche Trasse des Stadtinnenrings im Raum, sodass die dringend notwendige Sanierung des alten Gebäudes nicht sinnvoll durchgeführt werden konnte.

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Der Neubeginn im Jahr 2000

Im Jahr 2000 wurde das Traditionsunternehmen an der Augustusburger Straße neu aufgebaut – nur etwa zwei Kilometer vom ursprünglichen Standort entfernt. Unter einem Dach entstanden das Restaurant, die Fleischerei, der Imbiss und der Verkauf.

Damit begann die Geschichte von Hofmann nicht neu, sondern wurde an einem neuen Ort fortgeschrieben. Die Erfahrung aus mehr als einem Jahrhundert verband sich mit zeitgemäßer Gastronomie und einem Haus, das Raum für Begegnungen, Familienfeiern, Stammtische und gemeinsame Stunden bietet.

Der Vorname Franklin wurde innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitergegeben. So blieb nicht nur der Unternehmensname erhalten, sondern auch die persönliche Verbindung zu seinem Gründer.

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Zusammenhalt in der Pandemie

Die Jahre 2020 bis 2022 wurden zu einer der größten Herausforderungen der jüngeren Firmengeschichte. Die Corona-Pandemie brachte monatelange Schließungen, strenge Auflagen und erhebliche wirtschaftliche Unsicherheit. Ein Ort, der sonst von Begegnung, Geselligkeit und Lebensfreude lebte, wurde plötzlich still.

Dank des Zusammenhalts der Familie, der Treue vieler Stammgäste und des großen Einsatzes des gesamten Teams konnte diese Zeit bewältigt werden. Mit einem Abholservice blieb die Küche auch während der Schließungen für die Gäste da. Diese Jahre haben Demut gelehrt und noch einmal deutlich gemacht, wie wertvoll persönliche Begegnungen, Gastfreundschaft und Gemeinschaft sind.

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Seit 1865 – und mit Blick nach vorn

2025 blickte die Familie Hofmann in fünfter Generation auf 160 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Hinter dieser Zahl stehen Menschen, die Verantwortung übernommen, schwierige Zeiten überstanden und das Unternehmen immer wieder weiterentwickelt haben.

Heute verbindet Franklin Hofmann Restaurant, Fleischerei und Imbiss mit einer außergewöhnlichen Familiengeschichte. Vieles hat sich seit 1865 verändert. Geblieben sind die Freude am Handwerk, die Nähe zu den Gästen und der Anspruch, ein Haus zu sein, in dem Menschen gern zusammenkommen.

Dieses Haus lebt, weil die Menschen dahinter nie aufgegeben haben – und weil Gäste es seit Generationen mit Leben füllen.

Chronik auf einen Blick

Eine Tradition, die lebt.

1865

Gründung

Die Geschichte beginnt nahe der Eisenbahnbrücke an der Augustusburger Straße.

1945

Neuanfang

Nach der Zerstörung des Firmensitzes beginnt die Familie unter schwierigen Bedingungen neu.

1954

Die Gaststätte wird Kult

Neben dem Ladengeschäft eröffnet ein Speiselokal mit 60 Plätzen.

1962

Die nächste Generation

Fleischermeister Hans Hofmann übernimmt nach dem Tod seiner Brüder die Leitung des Familienbetriebs.

1969

Schwere Zeiten

Der geplante Stadtinnenring verhindert über Jahrzehnte notwendige Investitionen am alten Standort.

1983

Eleonore führt den Betrieb weiter

Nach dem Tod ihres Mannes bewahrt Eleonore Hofmann das Unternehmen mit großem persönlichen Einsatz.

1990

Übergabe

Michael Franklin Hofmann führt Handwerk und Gastronomie in die nächste Generation.

2000

Der Neubau

Restaurant, Fleischerei und Imbiss ziehen zwei Kilometer vom alten Standort entfernt in das heutige Haus.

2020 bis 2022

Zusammenhalt

Familie, Stammgäste und Team tragen das Haus gemeinsam durch die Corona-Pandemie.

2025

160 Jahre Hofmann

In fünfter Generation blickt die Familie auf 160 Jahre Handwerk, Gastlichkeit und Begegnungen zurück.

Film aus dem Familienarchiv

155 Jahre
Hofmann.

Historische Ansichten, Familienbilder und Erinnerungen aus einer außergewöhnlichen Chemnitzer Geschichte.

Jubiläumsfilm „155 Jahre“ · Ton und Wiedergabe starten erst nach Ihrem Klick.